Installation auch in Deutschland mit Microsoft-Kontozwang

Nachdem Microsoft die Windows-Installation mit Online-Kontozwang in den USA eingeführt hat, beobachten Nutzer dieses Verhalten jetzt auch hierzulande. Anwender können vor der Installation die Netzwerkverbindung trennen. Auch nach der Einrichtung lassen sich Offline-Konten noch einrichten.

Auch in Deutschland hat Microsoft mittlerweile die Windows-Installation mit zwingendem Microsoft-Konto eingeführt. Das Anlegen eines entsprechenden Accounts ist dann notwendig, wenn auf dem Client noch kein Konto existiert und während der Installation eine Internetverbindung hergestellt wird. Das fand der Microsoft-Blog Drwindows heraus. Demnach wird beim Installationsprozess nicht einmal mehr versteckt die Möglichkeit geboten, sich stattdessen ein Offline-Konto anzulegen.

Auch Golem.de konnte dieses Verhalten bei Windows 10 beobachten. Wie Drwindows klarstellt, kann ein Offlinekonto nach der Windows-Installation erstellt werden. Dazu müssen Nutzer in die Kontoübersicht der Systemsteuerung navigieren. Der Zwang kann auch umgangen werden, indem bereits vor der Installation weder WLAN noch eine kabelgebundene Netzwerkverbindung bereitsteht. Nachdem Nutzer die Installation so offline abschließen und ihren Client später an das Internet anbinden, müssen sie aber noch darauf achten, eine Pop-up-Nachricht zu schließen, welche die Installation mit Microsoft-Konto abschließen will.

Probleme für Anwender und Admins

Das hartnäckige Verhalten von Windows bezüglich der Microsoft-Konten ist aus Unternehmensperspektive verständlich: Nutzer werden so schneller dazu ermutigt, den Microsoft Store, Xbox Live, Office 365, Gerätesynchronisationen, Onedrive und andere kommerzielle Angebote zu nutzen, die allesamt mit einem Konto bedienbar sind. Auch wenn das Erstellen eines Microsoft-Kontos kostenlos ist, wollen aber nicht alle Endkunden für jeden Dienst einen separaten Account nutzen. Außerdem gibt es sicherlich Datenschutzbedenken seitens der Anwender.

Gerade Administratoren in kleinen Unternehmen, die keine zentrale Kontoverwaltung eingerichtet haben, müssen vor der Neuinstallation von Arbeitsplätzen diese zunächst offline einrichten, wenn der Arbeitgeber keine Microsoft-Konten nutzen will. Eine Installation direkt am Arbeitsplatz ist in einigen Fällen jetzt umständlicher.

...

Hier zum vollständigen Text

Herausgeber: golem.de

 


Weitere Datenschutz News

 

Cyberfibel: Nachschlagewerk für digitale Aufklärung 19.10.2020 Lesen
Microsoft Office 365: Die Gründe für das Nein der Datenschützer 05.10.2020 Lesen
EuGH erklärt Privacy Shield für ungültig 29.07.2020 Lesen
DSGVO: Irische Datenschutzbehörde knöpft sich Twitter und WhatsApp vor 24.05.2020 Lesen
Cyber-Kriminelle nutzen Corona-Krise vermehrt aus 07.04.2020 Lesen
Installation auch in Deutschland mit Microsoft-Kontozwang 21.02.2020 Lesen
Dokumenten-Leak: Avast Antivirus verkauft offenbar Browser-Daten seiner Nutzer 27.01.2020 Lesen
Gespräche von Skype praktisch ohne Datenschutz analysiert 11.01.2020 Lesen
So gelingt das Backup ganz einfach 21.11.2019 Lesen
Emotet befällt Medizinische Hochschule Hannover 27.09.2019 Lesen
Echtzeit-Übersetzung bei Skype: Mitarbeitern hören Gespräche mit 08.08.2019 Lesen
Aktuelle Spam-Mails verteilen Ransomware im Namen des BSI 31.07.2019 Lesen
Millionen verwundbarer Rechner: Microsoft warnt vor dem Super-Wurm 31.05.2019 Lesen
Datendiebstahl bei zahlreichen deutschen Firmen 30.04.2019 Lesen
Microsoft im Visier: 70 Prozent aller Hackerangriffe zielen auf Office-Produkte 16.04.2019 Lesen


Allianz für Cyber-Sicherheit